Allgemein

Preisvergleich: Calliope mini vs. Arduino Uno, microbit und Raspberry

Immer mal wieder wird uns vorgehalten, der mini sei doch viel zu teuer – gerade im Vergleich mit Arduino, Raspberry oder microbit. Und zugegeben – uns wäre es lieber gewesen, in der Region zwischen 25 und 30 EUR im Verkaufspreis zu liegen – aber das ist derzeit einfach nicht möglich, wenn man alle Kosten die mit Vertrieb und Produktion verbunden sind, einrechnet. Derzeit produziert der freie Verkauf so gut wie keine Marge – diese würde gemäß Satzung unserer gGmbH übrigens auch komplett dem Satzungs-Zweck zufliessen, aber egal.

Heute will ich hier mal eine Aufstellung machen, die mir schon seit Beginn des Projektes am Herzen lag, bin nur nie dazu gekommen. Nämlich mal 1:1 vergleichen, wie der Preis vom mini mit z.B. einem Arduino ins Verhältnis zu setzen ist. Denn wir haben dem mini ja eine Vielzahl von Erweiterungen spendiert, die man beim Arduino zuerst dazu kaufen und anschliessen müsste. Wir haben dies übrigens nicht zur Kostenoptimierung getan, sondern schlicht mit dem Ziel eine Lösung zu finden, die im Schulalltag und im Flächeneinsatz standhalten kann. Also im Extremfall in einer Klasse mit 30 mittel motivierten und disziplinierten SchülerInnen und einer nur mittel motivierten Lehrkraft. Wo es einfach total unrealistisch wäre, für ein kleines Experiment mit Geräuschen 30 Mems-Mikrophone anzuschaffen, und in der richtigen Weise anzuschliessen. Oder 30 Thermometer, Lichtmesser usw. (um übrigens mal ein Gefühl dafür zu bekommen, was mit den 30 Sets genau noch gemacht werden müsste, bevor da im Klassenzimmer mit experimentiert werden könnte hier mal ein sehr schön gemachter Guide von Adafruit zum Mems-Mikrophon)

Aber nun zum Preisvergleich. Ich gehe von einem Arduino Uno aus, und einem Calliope mini sowie einem microbit, Bezugspreise sind bei Exp-Tech gezogen, natürlich ohne Kalkulation von Mengenrabatten oder so – die gibt es in Klassen-Stärke allerdings auch meist nicht.

Die Annahme bei der Zusammenstellung der Komponenten war, dass eine LehrerIn die gleichen Experimente machen will, wie sie mit dem mini möglich wären, und sich dafür dann jeweils brauchbare Komponenten dazukauft. Deshalb wurde bei der RGB-LED z.B. eine Modul-Variante gewählt, und nicht die SMD-Version, da diese im Schulbetrieb sicher nicht verwendbar wäre aufgrund der zu kleinen und filigranen Kontakte. Dies wurde aber nicht überall verfolgt, z.B. bei den Tastern wurde eine billigere Variante gewählt, die aber immerhin breadboard-tauglich wäre.

Bestimmte Dinge, die der mini und auch der microbit mitbringen, konnten nicht adäquat in die Gleichung einbezogen werden, insbs. nicht der zweite Prozessor, den diese haben damit die einfache Programmierung über den Browser möglich ist. Der Arduino hat zwar für die USB-Kommunikation auch einen eigenen Chip, der ist allerdings einfacher und günstiger in der Beschaffung.

Da insbs. beim Arduino neben der Beschaffung eine ordentliche Bastel-Orgie anstünde für vergleichbare Funktionalität, habe ich einen Satz Jumper-Wire und ein Breadboard mit einkalkuliert. Eigentlich müssten aber auch noch eine Reihe von weiteren Komponenten eingerechnet werden, insbs. ein paar Widerstände, die hier und dort erforderlich wären (z.B. beim 8×8 Display). Wurden der Einfachheit halber einfach weggelassen. Der Raspberry wurde nicht in die Tabelle aufgenommen – er kostet in der aktuellen Ausstattung (Model 3) etwa 39 EUR und kommt ähnlich wie der Arduino Uno praktisch ohne Sensoren oder andere ext. Komponenten – diese müssten also ebenfalls alle zugekauft werden.

Komponente Arduino Uno micro:bit Calliope mini Anmerkung
Basisboard 32 16,85 35
Batteriefach mit JST 2,2 2,2 incl
USB Kabel 1,18 1,18 incl
Batterien 2X AAA 1 1 incl geschätzter Markt-Preis
RGB LED 4,1 4,1 incl Grove-Ausführung da einzeln schwer anzuschliessen
Speaker 1,5 1,5 incl
Mems Mic 5,35 5,35 incl
24 LED Display 4,35 incl incl 8×8 Adafruit als Annäherung
2x switch button 0,53 incl incl https://www.exp-tech.de/zubehoer/tasterschalter/5508/tactile-switch-buttons-6mm-slim-x-20-pack
Lichtsensor 1 incl incl https://www.exp-tech.de/sensoren/licht/6918/photo-transistor-light-sensor
Temp-Sensor 1,65 incl incl https://www.exp-tech.de/sensoren/temperatur/6427/tmp36-analog-temperature-sensor?c=1080
Gyro/Mag/Acc 16,45 incl incl https://www.exp-tech.de/sensoren/beschleunigung/8091/adafruit-precision-nxp-9-dof-breakout-board-fxos8700-fxas21002?c=1082
Touch-Sensitive Kontakte 7,99 incl incl https://www.exp-tech.de/sensoren/sonstige/5870/adafruit-12-key-capacitive-touch-sensor-breakout-mpr121?c=1091
H-Bridge (Motorsteuerung) 10,8 10,8 incl https://www.exp-tech.de/module/motorsteuerung/gleichstrommotoren/7794/sparkfun-motortreiber-dual-tb6612fng-mit-header?c=1045
Bluetooth 5,45 incl incl https://www.exp-tech.de/module/wireless/bluetooth/5719/seeed-studio-bluetooth-v4.0-hm-11-ble-module
Jumper Wire 3,5 nicht nötig nicht nötig https://www.exp-tech.de/zubehoer/kabel/jumper-wires/4225/75-stueck-breadboard-jumper-wires-patchkabel-mit-m/m-stecker
Breadboard 3,7 nicht nötig nicht nötig https://www.exp-tech.de/zubehoer/breadboards/7142/breadboard-400-300/100
Summe 102,75 42,98 35

Ein Kommentar zu „Preisvergleich: Calliope mini vs. Arduino Uno, microbit und Raspberry

  1. Lieber Herr Noller,
    beim Motortreiber wäre ich nicht ganz einverstanden – immerhin handelt es sich beim verbauten Texas Instruments DRV8837 um eine einfache H-Brücke handelt, mit der man (leider) keine zwei Motoren vor- und rückwärts fahren lassen kann, sondern entweder nur einen Motor in beide Richtungen oder zwei Motoren vorwärts. Diesen Motortreiber erhält man zwar nicht bei Exp-Tech, dafür aber u.a. bei Pololu – wo er 3,49 Dollar kostet. Also etwa ein Drittel des von Ihnen angegebenen Preises.

    Warum ich diese „Korinthenkackerei“ betreibe? Ich hab mich mit dem Motortreiber und der Verschaltung auf dem Calliope-Board etwas auseinandergesetzt. Laut Schaltplan wird mit diesem Motortreiber der Lautsprecher angesteuert (warum macht man sowas?). Was dazu führt, dass bei einer PWM-Ansteuerung von zwei angeschlossenen Motoren folgendes passiert:

    a) Die Motoren werden per PWM angesteuert, der Lautsprecher tickt in der gleichen Frequenz mit. Der so gebaute Roboter piepst lustig beim Beschleunigen oder Abbremsen. Ein Verlöten von Entstörkondensatoren an den beiden DC-Motoren bringt leider keine Verbesserung.

    b) Die elektrische Isolierung, bzw. Entkopplung zwischen Motortreiber und dem Rest des Boards scheint nicht durchdacht: Lässt man den Roboter einige Zeit mit PWM-Motorsteuerung fahren, bricht die Motorspeisespannung auf den Mikrocontroller durch und zerstört ihn. So ist es bei meinem Board geschehen – die Spannungsversorgung fand mittels 7,4-Volt-Zweizellenakku statt (lag also unterhalb der erlaubten Maximalspannung von 9V).

    Ich halte den Calliope sehr wohl für ein tolles Gerät! Aber vielleicht könnte man hier in einer Version 2.0 nochmal konstruktiv nachbessern?

    Mit freundlichen Grüßen, Thomas Jörg

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s