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Calliope mini rev 1.0 – was hat sich geändert?

Seit gestern trudeln die ersten minis aus der neuesten Produktion bei den Early-Bird Supportern unserer Crowd-Funding  Kampagne ein – für die Schulungen in den Bundesländern wird ebenfalls diese neue Version zum Einsatz kommen. Wir haben ihr die Versionsnummer 1.0 gegeben.

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Offensichtliche Änderungen am Layout

Schon auf den ersten Blick zeigen sich ein paar Änderungen: zum einen haben wir die Beschriftung nochmal angepasst – die Version 1.0 ist leicht daran zu erkennen, dass das Logo unten links aufgedruckt ist und nicht mehr zwischen LED-Matrix und Lautsprecher. Ausserdem haben wir die Position von den Schaltern und den Grove-Anschlüssen getauscht – so nerven die Groves nicht so sehr beim Bedienen der Schalter. Es sind auch neue Grove-Anschlüsse drauf – da hat sich nicht nur die Farbe von weiss zu schlammgrau geändert, die Hauptsache sieht (bzw. fühlt) man eigentlich von unten: die neuen Groves sind sogenannte „surface mount“ header, d.h. es stehen keine Füsschen mehr unten raus. Damit ist das komplette Calliope Board in SMT-Technik ausgeführt, was sich gut auf die Produktionskosten auswirkt, aber auch den Küchentisch der Eltern zuhause schont, denn das Board liegt jetzt wirklich absolut flach auf.

Analoger Anschluss am Grove

Ein wichtiger Hinweis kam in letzter Minute von unserem Early-Adopter Bastlerkönig Sven Haiges aka @hansamann – er fragte, ob denn an den Grove-Anschlüssen auch analoge Pins zur Verfügung stehen. Analoge Pins sind wichtig, um ein analoges Signal zu verarbeiten, also z.B. einen Entfernungswert eines Infrarot-Sensors, den Input eines Mikrophons usw. Tatsächlich hatten wir das übersehen, und es lagen nur digitale Pins an den Groves an (also solche, die nur 0 und 1 unterscheiden können). Also kurz mit den Technikern gesprochen, für machbar und sinnvoll erachtet, Design-Änderung in letzter Minute noch auf den Weg gebracht. Leider hatte das eine Reihe von Konsequenzen, die wir wegen des Zeitdrucks nicht komplett richtig eingeschätzt hatten. Denn der Prozessor des minis ist ein relativ kleiner und hat nur eine überschaubare Anzahl von Anschlüssen. Tatsächlich sind die bereits ausnahmslos in Benutzung in unserem Design, es werden sogar schon Pins doppelt genutzt (Motor und Lautsprecher z.B.). Ergo kamen wir an den Analog-Pin nur dran, indem wir ihn woanders wegnahmen. Der lag aber dummerweise auf dem rechten Taster. Und für den Lagesensor wurde er ebenfalls verwendet. Das ist der Grund, dass wir mit den 1.0 Boards auf eine neue Version der jeweiligen Editoren switchen müssen. Das ist nicht optimal (und hier mal einen ganz herzlichen Dank an die Kollegen von Fraunhofer Roberta und Microsoft sowie urbn für Ihre Geduld mit uns…), wir glauben aber, es wird sich mittelfristig auszahlen da mit dem analogen Pin auf dem Grove viele wichtige Dinge möglich werden, auf die wir sonst hätten verzichten müssen. BTW: es wird übrigens auch schon bald ein schönes Pinout-Diagramm geben!

Ein Grund für die Versions-Nummer 1.0 ist aber auch, dass wir ab jetzt versuchen werden alles soweit irgendmöglich stabil zu halten – sowohl was das physische Layout anbelangt als auch alles unter der Haube.

Kleinere Sachen

Der UART-Port auf dem rechten Grove kann jetzt auch die Modemgeschwindigkeit 57600 – vorher wurden nur 9600 und 115200 unterstützt. Das ist z.B. für die Anbindung des LoRa-Modems wichtig, aber auch viele andere spannende Möglichkeiten benötigen diese Geschwindigkeit (z.B. das GPS-Modul von Seeed). Der ESD-Schutz wurde nochmal deutlich verbessert (also der Schutz gegen Fehlspannungen, die das Board schlimmstenfalls zerstören können).

Ausserdem hat der mini jetzt einen sog. Auto-Reset Bootloader installiert, d.h. man muss nach dem Aufspielen neuer Programme den Reset-Knopf nicht mehr drücken (im Schulalltag eine riesen Erleichterung).

UND: das Microphon kann erstmals verwendet werden! Wenn man analoge Werte vom PIN „MIC“ liest kann es auf deutliche Schallsignale reagieren. Wir arbeiten noch daran das einfacher zu machen, aber erste Experimente sind damit schon möglich (ein 1a Beispiel gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=6AnhUxfDRU0).

Das Pinout Schema im Überblick

Calliope mini v1.0 Schema
Calliope mini v1.0 Schema

Was jetzt noch kommt

Wir arbeiten aktuell noch daran zwei wichtige Funktionen des Boards richtig ans Laufen zu bekommen: das Magnetometer und das Mikrophon. Beides funktioniert prinzipiell, wird aber von der aktuellen Software (also allen Editoren) noch nicht unterstützt. Sobald die beiden Funktionen zur Verfügung stehen werden sie automatisch auf allen ausgelieferten Geräten funktionieren.

Ausserdem sind wir – aber für die nächste Version – an dem generellen Thema „Header“ dran, also insbs. dem Anschluss für die Batterie (viel zu schwergängig) und dem für den Motor (derzeit Löten erforderlich). Für beides haben wir schon spannende Lösungen im Sinn, die sich aber noch im Teststadium befinden. Ausserdem wird natürlich viel an Erweiterungen gearbeitet, d.h. wir hoffen bald ein gut sortiertes Angebot von gut funktionierenden Erweiterungs-Modulen insbs. für die Grove-Anschlüsse anbieten zu können (wie genau wird sich noch zeigen). Und es wird natürlich weiter fieberhaft am Begleitmaterial gearbeitet – sowohl das Schulbuch von Cornelsen als auch das Makerbuch vom d.punkt Verlag werden bald rauskommen.

Wir freuen uns sehr darüber, dass jetzt endlich mehr Leute einen Calliope mini zum Rumspielen und für den Unterricht bekommen. Wir sind noch immer überwältigt von der Nachfrage, sowohl von unzähligen LehrerInnen, also auch von Eltern, Fördervereinvorsitzenden usw. – toll, dass Ihr alle mit Begeisterung die Chancen des digitalen Zeitalters ausloten wollt! Und natürlich sind wir begeistert von der positiven Aufnahme aus der Maker-Szene. Wir glauben sogar, dass die beiden Sphären sich auf eine sehr spannende Art vernetzen und gegenseitig befruchten können – wie man an dem Experiment mit einem Puls-Sensor von @hansamann sehen kann (das natürlich hervorragend auch für Sach-Unterricht oder Biologie geeignet ist). Gleichzeitig wird die Verbreitung in den Schulen dazu führen, dass tausende neue Makerinnen und Maker heranwachsen, sowie deren Eltern und Grosseltern die sich plötzlich zwischen all den Kabeln und Sensoren wiederfinden (hierzu passt der famose Kühlschrank-Sensor des @pausanias von heute morgen). Die Liste der Beispiele und Experimente auf hackster.io wächst übrigens täglich, schaut einfach immer wieder mal dort rein. Und vor allem: postet Eure Experimente! Jedes noch so kleine Ding ist toll, und sei es, weil es jemandem Inspiration für etwas darauf aufbauendes gibt oder auch einfach nur zeigt, dass auch andere mit einfachen Sachen losgelegt haben.

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3 Kommentare zu „Calliope mini rev 1.0 – was hat sich geändert?

  1. Eine super Entscheidung, zwei Analog-Pins auf die zweite Grove-Buchse zu legen! Ohne diese Änderung wären interessante Sensoren beispielsweise für Hautwiderstand(GSR), Muskelströme(EMG), Stromstärke, Erd-Feuchtigkeit, Lautstärke, Lichtstärke nur sehr umständlich anschließbar gewesen.

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