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Gegenwind

Kurz habe ich überlegt ob es toll ist, das Calliope-Blog mit so einem Titel zu eröffnen. Aber vielleicht ja schon.

Zum einen bedeutet Gegenwind oft, dass man Fahrt aufgenommen hat. Und das haben wir – dank Eurer grandiosen Unterstützung. Und damit meine ich so viele Leute und Institutionen, dass es einen eigenen Blog-Post füllen würde (außerdem hat der wunderbare Maxim das in seinem Blog ja vor kurzem schon dargelegt, dem ist kaum was hinzuzufügen).

Zum anderen war von Anfang an unser Ziel, mit dem Calliope mini nicht nur irgendwie ein Projekt für den IT-Gipfel zu stemmen und ein bisschen Rummel zu machen, sondern auch  ein ernstzunehmendes Angebot im Bildungs-System zu etablieren – und nicht dagegen (auch das ist im Blog von Maxim sehr schön dargestellt, außerdem im Artikel auf zeit.de).

Deshalb haben wir uns von Anfang an mit LehrerInnen und SchülerInnen auseinandergesetzt und alles immer wieder erprobt und verbessert. Wir haben mit erheblicher Mühe eine gemeinnützige statt einer normalen GmbH gegründet. Wir haben uns um Finanzierung aus vielen Quellen bemüht, u.A. mit dem Ziel auch die hiesige Industrie mit ins Boot zu bekommen. Wir haben uns mit dem Wirrwarr rund um OER-Lizenzen auseinandergesetzt und einige Debatten dazu ausgetragen, sowohl intern als auch öffentlich. Das könnte man beliebig fortführen – man könnte auch einfach sagen: wir meinen es ernst mit der Initiative und den dort formulierten Zielen.

Dass es trotzdem hier und dort Kritik geben würde, war klar. Das ist bei so einem ambitionierten Ziel und viel Öffentlichkeit gar nicht zu vermeiden, außerdem bieten wir natürlich haufenweise Angriffsfläche.

Ist die Einbindung von Sponsoren richtig?

Nicht auf alles davon muss man eingehen, und Kritik muss man oft auch einfach mal aushalten – zumal es auch Dinge gibt, die man zu Recht kritisieren kann. Da wäre die Tatsache, dass ein essentielles Bildungsangebot von einer privaten Initiative unter Zuhilfenahme von Sponsoren erbracht werden soll, anstatt – wie es sich gehört – vom Bildungssystem selbst. Das ist ein berechtigter Vorwurf, auch wenn wir versucht haben, alles dafür zu tun, die größten Sorgen diesbezüglich zu adressieren. Genau deshalb haben wir die gemeinnützige GmbH mit öffentlich gemachter Satzung gegründet,  das ist ein ordentlicher „Schutzschirm“ gegen Einflussnahme von außen. Auch die konsequente OER-Politik beim Material ist ein wichtiger Faktor: Bildung muss für alle frei zugänglich sein.

Aber generell stimmt es einfach: am besten wäre es, die digitale Bildung würde vom bestehenden Schulsystem in hoher Qualität vermittelt. Und zwar schon seit fünf Jahren oder so. Und vielleicht wird das ja auch irgendwann so sein, darauf setzen wir sogar mit Calliope. Aber trotz Beschluss der Kultusministerkonferenz zur digitalen Bildung und viel Interessenbekundungen hier und dort: Wer das Bildungssystem ein bisschen kennt und sich die letzten Jahre ansieht wird erahnen, dass da so schnell nichts passieren wird. Zum einen ist das System chronisch unterfinanziert, zum anderen sind die Widerstände in Sachen digitaler Bildung immer noch erheblich. Deutschland ist schon jetzt im internationalen Vergleich ein Schlusslicht was diese Themen anbelangt. Deshalb haben wir Calliope gestartet – um ein freundliches Angebot zur Beschleunigung zu machen, eine Werbetour für tolle digitale Bildung gewissermaßen. Wie genau das gemeint ist, versteht man am besten, wenn man mal mit einer 3. Klasse eine Calliope-Stunde gemacht hat, und die kleinen Fuzzies innerhalb von 90 Minuten hellauf begeistert programmieren lernen, um am Ende ihre Ergebnisse stolz zu präsentieren. Und dabei lernen logisch vorzugehen, Probleme zu lösen, Rechtschreibung zu beachten, kleine Matheaufgaben zu lösen, Hard- und Software zu bedienen und bei auftretenden Problemen Hilfe zu suchen. Die Begeisterung springt dabei meist auch schnell auf die Lehrenden über (zwei Beispiele sind übrigens in den Videos hier und hier zu sehen), denn es ist offensichtlich, dass die Kinder mit den Geräten hochmotiviert erstaunliche Lernfortschritte machen. Diese Begeisterung wollen wir „ins System tragen“, einfach weil wir glauben, dass man mit digitalen Mitteln und Inhalten tollen Unterricht machen kann – klassische Bildungsziele übrigens inklusive…

Dennoch: wenn wir auf das bestehende System vertrauen, wird es noch Jahre dauern, bis Kindern der Zugang zu solchen Dingen systematisch ermöglicht wird. Wir meinen, dass diese Zeit nicht da ist – die Digitalisierung schreitet unglaublich schnell voran, und wenn die heutigen Erstklässler auf den Arbeitsmarkt kommen werden sie sich in einer umfassend digitalisierten Welt bewegen und bewähren müssen (übrigens auch als BürgerInnen einer digitalisierten Lebenswelt). Da jetzt noch fünf oder zehn Jahre zu warten halten wir für fahrlässig.

Ist die Finanzierung denn gesichert?

Aber zurück zur Finanzierung. Es wäre toll, wenn das System so eine Initiative selbst finanzieren könnte. Tatsache ist aber: es geht nicht. Weder Geld noch ausreichend Wille dafür sind da. Um alle Drittklässler landesweit mit einem Calliope mini zu versorgen wären ca. 16 Millionen EUR erforderlich (800.000 SchülerInnen * ca. 20 EUR Kosten pro Board + Begleitmaterial), Kosten für Qualifizierung, Infrastruktur und Schulungsmaterial noch nicht eingerechnet. Und an dem Punkt muss ich auch sagen: wie toll, dass es eine Möglichkeit gibt die Finanzierungslücke zu überbrücken – mit Sponsoren nämlich. Natürlich muss man dabei aufpassen, dass diese nicht ihre Agenda durchdrücken und die Schulen zu Abverkaufsstationen entwickelt werden. Nur ehrlich gesagt: erstens will das keiner von denen, außerdem würden wir das verhindern und schließlich würde das Bildungssystem uns einfach nicht reinlassen in dem Fall. Völlig zu Recht übrigens. Mittelfristig wünschen wir uns eine freundliche Übernahme unserer Initiative durch das System, dann wäre unser Ziel erreicht*. Ein bisschen beginnt das übrigens schon, denn im Saarland hat eine Gruppe von LehrerInnen  sowie das landeseigene Fortbildungsinstitut die Hoheit über die weiteren Materialien dort bereits übernommen…

Alles irgendwie unfertig…

Der andere große Vorwurf, der uns gemacht wurde in den letzten Tage,n ist der der Unfertigkeit. „Wie, es gibt noch kein fertiges didaktisches Konzept?“. Und „wie – es gibt noch nichtmal eine abgeschlossene Finanzierung für den Rollout in allen Ländern?“. Nein, gibt es nicht. Beides. Wir haben uns erlaubt mit dem Projekt zu starten obwohl wir nicht bereits 20 Millionen Sponsoren-Gelder eingesammelt haben, shame on us**. Wir haben aber genügend Geld eingesammelt, um entlang unserer Ziele die ersten Bundesländer mit Boards zu versorgen. Weiteres Geld wird kommen, und weitere Bundesländer werden kommen. Auch hier kann man wieder sagen: Klar wäre es toll gewesen, wenn unsere Sponsoren gesagt hätten: „20 Millionen – klar, kein Problem.“ Haben sie aber nicht. Sondern sie haben gesagt „legt mal los, und wir schauen wie das angenommen wird und in den ersten Bundesländern läuft“. Unfertig zu sein ist manchmal gar nicht so schlecht, es nötigt einen zuzuhören, zu verbessern, weitere Kooperationen zu suchen – genau das werden wir tun und wir sind zuversichtlich, dass es gut weitergehen wird***.

Unfertig sind wir auch, was das didaktische Material und Konzept anbelangt. Calliope wurde vom ersten Tag an mit DidaktikerInnen entwickelt und an Schulen getestet. Es gibt schon einen ersten Entwurf eines Curriculums für die gesamte Grundschulphase, es gibt theoretisches Material eines Uni-Teams und ausführlich formulierte Handreichungen, die davon abgeleitet wurden (und die zugehörige Informatik-Didaktik gibt es nebenbei gesagt schon Jahrzehnte), ein Schulbuchverlag hat erstes Material erzeugt. Aber nein, fertig ist das alles noch nicht. Shame on us. Allerdings frage ich mich, ob es wirklich fachlich so klug gewesen wäre bei einem so grundlegend neuen Thema erstmal 2 Jahre in der Stube zu hocken und ein Konzept auszuarbeiten. Stattdessen arbeiten wir weiter eng mit LehrerInnen vor Ort zusammen, mit Design und DidaktikexpertInnen und mit Leuten die professionell Lehrbücher erstellen. Wir glauben, dass so am Ende ein besseres Konzept und besseres Material entstehen wird.

*natürlich wird jetzt sofort der Vorwurf kommen wir wollten uns doch nur die Taschen vollstopfen mit öffentlichen Geldern. Abgesehen davon, dass wir bisher in das Projekt tausende EUR reingesteckt haben möge mir bitte mal jemand erklären, wie das mit der Bereicherung und der gemeinnützigen GmbH genau gehen soll. Gerne auch PM 😉

**auch ein schöner Vorwurf war, wir würden mit der jetzt angelaufenen Crowdfunding Aktion eine Art Zusatz-Finanzierung anleiern, weil die Sponsoren-Gelder nicht reichen. Zum einen hat das eine mit dem anderen schlicht nichts zu tun – Crowdfunding ist dafür da die riesige Nachfrage von LehrerInnen und Eltern aus dem ganzen Land zu adressieren, und denen schonmal einen Zugang zur Technik zu ermöglichen. Außerdem wäre das Instrument in jeglicher Hinsicht ungeeignet eine Finanzierung selbst für ein kleines Land zu stemmen. Manchmal wäre ein bisschen Nachdenken einfach hilfreich.

***ein Blogger insinuierte kürzlich sogar und würde „die Luft ausgehen“. Wie sagte meine Mutter immer so schön: da scheint der Wunsch Vater des Gedanken gewesen zu sein…

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7 Kommentare zu „Gegenwind

  1. Vielen Dank für die offenen Worte. Eigentlich schade, dass so etwas überhaupt notwendig ist. Ich freue mich schon darauf, wenn meine Tochter in ein paar Jahren mit dem Ding rumhantiert (hoffentlich dann in der Schule). Lasst euch nicht beirren. Euer Calliope Projekt beeindruckt mich sehr. Weitermachen und rinjehaun! 🙂

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  2. Ich schreibe diesen Kommentar, da ich bereits auf Twitter seit nun knapp 2 Wochen hinsichtlich Sponsoring und Transparenz des Calliope-Projekts nachfrage und feststelle, dass der Hintergrund offensichtlich nicht ganz verstanden wurde.
    Wichtige Aspekte hat heute bereits Christian Füller geschrieben, so dass ich nicht alles wiederholen muss und mir diesen Beitrag etwas einfacher gestaltet.

    Der Kernsatz in dem obigen Beitrag hinsichtlich der Finanzierung ist für mich Folgender: „Zum einen ist das System chronisch unterfinanziert“. Das ist absolut richtig und eine der Hauptproblempunkte in der Diskussion um Sponsoring und Lobbyismus im Bildungssystem. Hier öffnet sich seit längerem, hinsichtlich der Digitalisierung aktuell verstärkt, ein massives Einfallstor für privatwirtschaftliche aber auch politische (häufig in Form von Stiftungen) Einflussnahme auf Bildung und Bildungspolitik.

    Die Reaktion von Calliope darauf ist nun eine sehr kaufmännische und wirtschaftlich denkende. Und das ist aus meiner Sicht grundlegend falsch: Ein Problem (hier: Unterfinanzierung öffentlicher Bildung) zu erkennen, dann aber das Problem nicht an seiner (richtig erkannten) Wurzel anzugehen, sondern mit einem Pflaster darüber zu „fuschen“, lindert das Problem nicht, sondern verschiebt es und macht es gar noch schlimmer. Mit dem Vorgehen der Calliope gGmbH wird die entsprechende Situation quasi akzeptiert bis legitimiert und das Signal – wie in Füllers Beitrag am saarländischen Beispiel (Finanzierung durch Dritte) gut zu sehen – an die Bildungsverantwortlichen gesendet: Passt schon, Andere werden unsere Unterfinanzierung schon ausbügeln. Damit erweist die Calliope gGmbH dem Bildungssystem aber auch bis hinunter zur Einzelschule, die immer mehr in wettbewerbliche Strukturen in Form von Selbstvermarktung für erfolgreiche Sponsorensuche usw. gedrängt wird, einen Bärendienst.

    Das Zweite ist Eure Weigerung, die Sponsoren transparent zu machen. Hier meine ich, die Sponsoren UND die Höhe deren Sponsorings deutlich zu benennen. Die Argumente hierzu werden aktuell am Beispiel Parteienfinanzierung rauf und runter diskutiert. Klar, ist Calliope keine Partei, aber eine gemeinnützige (!) Gesellschaft. Und dann geht es bei der Transparenznachfrage auch nicht darum, Euch Gewinnabsichten zu unterstellen. Darauf schaut schon das Finanzamt, deren Arbeit keiner in Frage stellt. Wenn Ihr aber „dem Gemeinwohl nützen“ wollt, warum wird dann nicht mit offenen Karten gespielt? Wir erleben aktuell ganz massive Angriffe auf lobbyistischer Ebene von verschiedenen wirtschaftlichen Digitalisierungsprofiteuren mit Hilfe von Bildungsprojekten. Bildung, Schule und die Schülerinnen und Schüler sind dabei oft nur teilweise das eigentliche Ziel – hier sprechen wir dann eher von Schul-/Bildungsmarketing. Viel mehr geht es den Akteuren darum, sich in ein positives Licht zu rücken, Kontakte zu politisch Verantwortlichen zu bekommen und/oder entsprechende Presseberichte zu Gunsten eines positiven Image in der Bevölkerung. Was gibt es da Besseres als ein schickes Pressefoto mit Schülerinnen und Schülern und einer positiven Botschaft. Wenn dann dadurch noch Kontakte zu Abgeordneten, Ministern usw. verknüpft sind, die das Unternehmen dann ebenfalls positiv wahrnehmen und man ein direktes Gespräch bekommt, hat sich so mancher Euro bereits gelohnt.
    Und wenn ich mir die Bilder vom IT-Gipfel so ansehe, dann sehe ich genau das: Ich sehe (bewusst überzeichnet) die „süße“ (nicht wertend sondern im Sinne der Bildbotschaft) Tochter eines der Calliope-Gründer, umringt von Politikgrößen (nicht ungerne der SPD-Vorsitzende, wobei im „parteinahem“ Verein D64 ja auch so einige Hintergrundarbeit zu Calliope gelaufen zu sein scheint) und schließlich Wirtschaftsunternehmen, die sich – wie beispielsweise Google – im Lichte dieses „Schauspiels“ ebenfalls als der große „Gönner“ und „Retter“ der hinterherhinkenden Digitalisierung in Schule präsentieren dürfen. Microsoft agiert ebenfalls gerade massiv im Bildungssektor und ist genau mit ihrem fragwürdigsten Projekt bei Calliope vertreten – CodeYourLife, bei dem Bundestagsabgeordnete als „Türöffner“ in die Schulen und gegenüber Bildungsverantwortlichen genutzt werden (hier solltet Ihr nochmals genau hinsehen und prüfen). Dies ließe sich an anderen Stellen fortführen, soll aber nur verdeutlichen: Keiner wirft Calliope Bereicherungsabsichten vor.
    Und deshalb bleibe ich auch bei meiner Bitte: Veröffentlicht als nicht gewinninteressierte sondern gemeinnützige Initiative alle Eure Geldgeber mit Datum und Höhe der Spende, Sponsoring oder was auch immer. Dann kann jeder schauen und sehen, ob Google mit einem symbolischen Euro, Microsoft mit Millionen Euro und Bosch mit Produktionsspenden in Sachform beteiligt ist. Dann kann jeder erkennen, auf welchen Füßen Calliope steht. Ob die in der Satzung benannten Einlagen der Kern von Calliope sind oder ob dies Peanuts sind im Verhältnis zu dem, was Andere beisteuern. Wenn – wie die Bildungsministerium eigentlich aller Länder nicht müde werden die Verantwortung von sich zu weisen – die einzelne Schule bis hin zur einzelnen Lehrkraft diejenigen sind, die beurteilen sollen, ob sie einen externen Partner in die Schule oder den Unterricht holen und was deren Absichten und Motive sein könnten, dann macht es diesen LehrerInnen so einfach wie möglich (auch wenn man da sagen könnte, auch dies würde eine „falsche“ Haltung der Ministerien legitimieren – aber da bin ich aktiv dran 🙂 ).

    Und abschließend noch 2 kurze Gedanken von mir:
    – Warum macht Ihr Eurer Sponsoring nicht ab dem ersten euro transparent? Haben die Sponsoren womöglich etwas dagegen? Wenn dies der Fall sein sollte, darf man zu Recht nachfragen, ob es diesen ums Gemeinwohl oder vielleicht doch etwas Anderes geht, wenn sie sich an Calliope beteiligen.
    – Kontert Kritik bitte nicht mit der Aufforderung, man solle doch nun „endlich mal still und dankbar sein“ (sinngemäß). Denn die Kritik – die und wie ich sie äußere – hat nicht das Ziel, etwas oder Euch schlecht zu machen. Im Gegenteil besteht in Calliope aus meiner Sicht ganz viel Potential, etwas Gutes (auf der Sachebene in Form von Geräten – die Revolutionsmetapher mal beiseite gelassen) und Richtiges (auf der Mentalitätsebene in Form von Bewusstsein für Unterfinanzierung und andere, oft fragwürdige „Gönner-Aktionen“ mit lobbyistischen Hintergedanken) zu erreichen. Dass dieser Grad schmal ist, ist Euch – wie Ihr selber schreibt – bewusst. Also lasst Euch vielleicht auch von meiner Kritik etwas schubsen und macht es „richtig“ -> also transparent.

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    1. Hallo,

      Irgendwie habe ich das Gefühl, hier wird das Rad neu erfunden. Da gibt es doch bereits Projekte Arduino oder Makeblock, die mit entsprechen gleichen Ansätzen entwickelt wurde. Makeblock als wohl das einfachste Tool – Inks als Kit für Kinder ab 6 Jahre. Vorteil, es wird eine Arduino-Code generiert – der das Fortsetzen auf den Arduino für die Kinder erleichtert. Und für den Arduino gibt es eine unglaublich große Gemeinschaft, di sich gegenseitig helfen. In England gibt es Kinder die bereits den PI mit 6 Jahren programmieren. Mein Sohn hat auch schon mit 5 angefangen zu programmieren. Aber warum der Aufwand ein neues Board zu entwickeln? Weil es aus Deutschland kommt. Interessant und typisch für solche Projekte, dass die HEX-Datei manual geladen werden muss. So war es auch beim Asuro der DLR… Hmm… manche Ansätze in Deutschland verstehe ich nicht.

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      1. Aus der FAQ:

        Warum nicht Arduino oder Raspberry?
        Der Raspberry ist für die Grundschule zu kompliziert, der Arduino im Prinzip auch, vor allem aber machen beide im Unterricht nur mit diversem Zusatzmaterial Sinn (Sensoren, Lautsprecher usw.). Das ist für den Schul-Regelbetrieb aber unrealistisch. Daher wollten wir ein bezahlbares Board erstellen, das alles für diverse Experimente schon mitbringt.

        Warum nicht einfach den britischen micro-bit nehmen?
        Zwei wesentliche Gründe sprachen dagegen: Zum einen ist die Kontaktleiste beim micro:bit so angeordnet, dass GrundschülerInnen ständig Kurzschlüsse verursachen würden – die Kontakte liegen viel zu nah beieinander (das ist der Hauptgrund für die andere Form des mini). Zum anderen fehlen auf dem micro:bit aus unserer Sicht ein paar wichtige Bauteile, um SchülerInnen in der Grundschule mit tollen Experimenten zu versorgen, insbesondere der Lautsprecher, eine RGB LED und ein Mikrophon.
        Wir haben aber grossen Wert auf maximale Kompatibilität zum britischen Vorbild gelegt – so ist es derzeit möglich, alle tools und auch bestehenden Code von der micro:bit-Plattform mit dem mini zu nutzen.

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  3. Herr Noller, sie mögen kreativ sein, politisch und publizistisch sind sie ein Skandal. Sie bestätigen die These, einfach eine Fankurve zu betreiben, in der kein anderes Fähnchen zugelassen ist. Der Blogger blogg manchmal einfach zur Meinungsbildung, die sie natürlich nicht wollen. Für jeden, der offener ist als sie: pisaversteher.com calliope geht die Luft aus
    Ich wünsche Ihnen übrigens viel Erfolg – und andere Methoden

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  4. Passend dazu:
    – Warum fordert niemand eine Vergesellschaftung der Daten?“

    Ein Lächeln, keine Kampfschrift 🙂
    Daten? Ach Ihre Daten? Von meinen ist in dieser Diskussion nicht die Rede.
    Haben Sie einen gmx – web.de – gmail account? Ich ja, klar, aber nur für das, was Google wissen soll. Adressbuch bei Facebook und Google? Ich nicht! Haben Sie ein iPhone? Ich nicht. Benutzen Sie MS Windows? Apple OS? Speichern Sie ihre persönlichen Daten in einer Cloud? Ich nicht. Sind Sie bei Facebook, WhatsApp, Twitter? Glauben Sie, Sie würden ohne diese Systeme etwas versäumen? Ich nicht! Halten Sie mich jetzt für einen Hinterwäldler? Glauben Sie, ich verstehe nichts von Computern? Glauben Sie, dass es alternativlos ist, die Software zu benutzen, die auf Ihrem neuen Gerät arglistig vorinstalliert wurde, um Ihre Bedürfnisse auszuspionieren und unter anderem an große Handelshäuser weiter zu geben? Ich nicht.

    Gestatten: ich verdiene den Lebensunterhalt meiner Familie mit dem Bau, der Programmierung und dem Vertrieb von Mechatronik. Ich bin buchstäblich von Computern umgeben, kann C, C++, Java, Python, SQL, verstehe Quelltexte in diversen anderen Computersprachen. Meine Daten halte ich auf meinem Hausserver, der im Bedarfsfall per verschlüsselter Verbindung übers Internet zu erreichen ist. Google hat zumindest keinen legalen Zugriff. Mein Betriebssystem heißt GNU/Linux in einer seiner zahllosen Ausprägungen.
    Ich sehe es mit größter Besorgnis, dass die gesamte Jugend der reichen Länder fasziniert von PC, Laptop, Smartphone und Tablet ist, sehr viel Zeit damit verbringt, als Berufswunsch in nicht wenigen Fällen Spiele-Programmierer oder Ähnliches angibt, aber buchstäblich überhaupt nichts davon versteht. Dieses Unverständnis ist so prekär, dass man sich in Cambridge schon vor Jahren dazu aufgemacht hat, den sinkenden Studentenzahlen im Fach Informatik mit dem „Raspberry Pi“ zu begegnen. Das ist ein Einplatinen-Billigcomputer zum Herumprobieren – vgl. Wikipedia. Modernes Lernspielzeug für kleines Geld. Keiner nutzt es, insbesondere auch nicht unsere Schulen. Dort handelt der EDV-Unterricht zumeist von einer Konzern-gesponserten Oberfläche (sic!) die keinen Blick hinter die Kulissen duldet.

    Kurz gesagt: wir sind im Mittel aus eigener Schuld zu doof, mit Daten umzugehen. Unsere Jugend verblödet vor unseren sehenden Augen am Flachbildschirm, statt ihn, oft nur einen Mausklick weiter, zu verstehen. Das nötige Wissen liegt buchstäblich kostenlos auf der Straße, für jedermann zugänglich. Die handelsüblichen Systeme der dominanten Konzerne halten den Nutzer „by design“ von diesem Wissen fern. Ich halte diesen Umstand für ein Kapitalverbrechen in einer Zeit, in der Computer und Netzwerke unser Leben mit bestimmen.
    Wie kommen wir da raus? Seit vielen, vielen Jahren geht Richard Stallman, einer der produktivsten und visionärsten Programmierer aller Zeiten durch die Welt und warnt vor genau dem heutigen Zustand. Ein schöner Vortrag von ihm ist z.B. dieser. Die Beschäftigung mit seinem Lebenswerk und seinen Thesen ist darüber hinaus sehr lohnend.
    Es gibt also freie Software. Es gibt auch bombige Datenverschlüsselung. Diese Systeme sind legal, komfortabel, kostenlos im Internet erhältlich. Die Fähigkeit, solche Systeme zu nutzen, kann sich jeder, der einen Internetzugang hat, mit vergleichsweise wenig Aufwand aneignen. Man muss nur höchst selbst damit beginnen.
    Ich kenne die Antworten auf diese bewusst provokativ formulierten Statements gut, weil ich sie oft gehört habe. Sie handeln von nichts anderem als Faulheit.

    Mit freundlichen Grüßen auch von mir

    A. S.u.w.w

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